ROSÉWEINE: DIE RENAISSANCE DER ELEGANTEN FRISCHE
Der Roséwein erlebt aktuell eine beeindruckende Renaissance. Längst haben diese Weine ihr Image als simple Sommergetränke abgelegt und begeistern Weinliebhaber mit ihrer Eleganz, Vielseitigkeit und ihrem gastronomischen Potential.
Die Herstellung hochwertiger Roséweine ist eine Kunst für sich. Die kurze Maischestandzeit erfordert präzises Timing, um die gewünschte Farbe und Struktur zu erreichen. Die besten Exemplare vereinen die Frische eines Weißweins mit der subtilen Struktur eines Rotweins.
Die Provence gilt als Maßstab für hochwertige Roséweine. Hier entstehen blassrosa Weine von bestechender Eleganz, die durch ihre salzige Mineralität und dezente Frucht überzeugen. Aber auch andere Regionen wie das Loire-Tal, die italienische Riviera und das spanische Navarra bringen charaktervolle Interpretationen hervor.
Im Glas zeigt sich die ganze Bandbreite moderner Roséweine: Von zartem Lachsrosa über Himbeerrot bis hin zu kräftigem Pink. Das Bouquet reicht von dezenten Noten roter Beeren und Zitrusfrüchten bis zu komplexeren Aromen von Pfirsich, weißen Blüten und mediterranen Kräutern.
Die verschiedenen Stilistiken präsentieren sich heute vielfältiger denn je:
- Die klassische Provence steht für subtile, mineralische Weine.
- Italienische Rosati bestechen oft durch ihre saftige Frucht.
- Spanische Rosados zeigen mehr Kraft und Würze.
- Deutsche Weingüter überraschen mit eleganten Spätburgunder-Rosés.
Die Preisstruktur beginnt bei etwa 10 Euro für solide Alltagsqualitäten. Im mittleren Segment zwischen 15 und 25 Euro finden sich bereits sehr charaktervolle Interpretationen renommierter Produzenten. Die Premium-Selektionen, besonders aus der Provence, sind ab 30 Euro aufwärts angesiedelt.
Entgegen der landläufigen Meinung können hochwertige Roséweine durchaus reifen. Während einfachere Versionen in den ersten 12-18 Monaten getrunken werden sollten, entwickeln Premium-Qualitäten über 2-3 Jahre zusätzliche Komplexität.
Als Speisebegleiter zeigen moderne Roséweine ihre große Vielseitigkeit. Sie harmonieren perfekt mit mediterraner Küche, von Meeresfrüchten über Gemüsegerichte bis zu leichten Pastagerichten. Auch zu asiatischer Küche und Gegrilltem machen sie eine ausgezeichnete Figur.
Die optimale Trinktemperatur liegt bei 8-12 Grad, wobei komplexere Versionen etwas wärmer serviert werden können. Eine zu kalte Serviertemperatur unterdrückt die feinen Aromen.